Mische zwei volle Kartendecks zusammen, halte acht Spalten ohne freien Platz aus, bis der Talon versiegt, und webe dann eine Karte frei, um der Enge zu entkommen.

Miss Milligan Solitaire gehört zu den klassischen Patiencen mit zwei Kartenspielen, ein Liebling der viktorianischen Salons, der sein Publikum seit weit über einem Jahrhundert hält. Ihr merkwürdiger Name konnte nie einer realen Person zugeordnet werden, doch der Ruf des Spiels als strenge, elegante Geduldsprobe ist nie verblasst. Zwei vollständige Kartenspiele werden zusammengemischt, acht Spalten werden ausgelegt, und das gesamte Paket aus 104 Karten wird Reihe für Reihe auf den Tisch gegeben.
Das Markenzeichen des Spiels ist die "webende" Reserve. Während des grössten Teils der Partie hast du keinerlei freien Platz: Jedes Umdrehen des Talons legt gleichzeitig eine Karte auf alle acht Spalten, sodass eine lange Folge in abwechselnden Farben schnell begraben werden kann. Erst wenn der Talon endgültig aufgebraucht ist, öffnet sich ein einzelnes Reservefach, und genau hier verdient das Spiel seinen Namen: Du hebst eine Karte oder eine geordnete Folge aus dem Tableau, webst sie beiseite und fädelst sie wieder ein, sobald die Spalte darunter frei geworden ist. Das Fach hält immer nur eine Gruppe auf einmal, deshalb ist jede Nutzung ein kleines Rätsel für sich.
Der Erfolg hängt davon ab, das Endspiel früh zu planen. Könige sind kostbar, denn nur ein König oder eine von einem König angeführte Folge darf in eine leere Spalte ziehen. Eine Spalte freizuräumen und dort einen König zu parken verschafft dir also Spielraum. Halte die Farben im Wechsel, schicke Asse auf die Grundstapel, sobald sie auftauchen, und spare dir die Reserve auf, bis die herausgewebte Karte irgendwo sinnvoll landen kann.
Wenn dir die Milligan-Familie mit zwei Kartenspielen gefällt, probiere Milligan Cell Solitär, Milligan Harp Solitär oder das klassische Forty Thieves Solitär.
Wenn dir etwas Merkwürdiges auffällt oder du eine Idee hast, wie das Spiel besser werden könnte, kontaktiere mich gerne.
Viel Spaß beim Spielen!
8 Grundstapel: Baue in derselben Farbe vom Ass bis zum König aufwärts.
8 Tableau-Stapel: Abwärts in abwechselnden Farben bauen. Geordnete Gruppen dürfen gemeinsam bewegt werden, und eine leere Spalte kann nur mit einem König oder einer von einem König angeführten Folge gefüllt werden. Jede Spalte beginnt mit einer offenen Karte.
Talon: Klicke, um gleichzeitig eine Karte auf jede Spalte zu geben. Es gibt einen einzigen Durchgang, keine Neuverteilung.
Webende Reserve: Ein einzelnes Fach, das sich öffnet, sobald der Talon aufgebraucht ist, und jeweils eine Karte oder eine Folge aufnimmt.
Es gibt acht Grundstapel, zwei für jede Farbe der beiden Kartenspiele.
Eine Karte darf angelegt werden, wenn sie um eins höher ist als die oberste Karte des Stapels und dieselbe Farbe hat; auf die Kreuz-5 folgt also nur die Kreuz-6. Die oberste Karte eines Grundstapels kann wieder ins Spiel zurückgeholt werden, wenn ein anderer Stapel sie aufnehmen kann.
Eine Karte darf an eine Spalte angelegt werden, wenn sie um eins niedriger ist als die aktuelle oberste Karte und die gegenteilige Farbe (rot/schwarz) hat; auf den Pik-Buben passen also die Herz-10 oder die Karo-10. Jede bereits abwärts in abwechselnden Farben geordnete Gruppe wird als Einheit bewegt. Eine leere Spalte ist wertvoll und nimmt nur einen König oder eine von einem König angeführte Folge auf.
Der Talon besteht aus allen Karten, die nicht ins Tableau gegeben wurden. Jedes Umdrehen legt gleichzeitig eine Karte auf alle acht Spalten. Du hast nur einen einzigen Durchgang ohne Neuverteilung, sodass sich der Tisch schnell füllt und der Platz bald knapp wird.
Solange der Talon noch Karten enthält, gibt es keinen freien Platz. Sobald er aufgebraucht ist, öffnet sich ein einzelnes Reservefach. Du darfst eine Karte oder eine abwärts in abwechselnden Farben geordnete Folge hineinheben, um eine Spalte freizumachen, und sie zurück ins Tableau oder auf die Grundstapel spielen, sobald sie passt. Die Reserve hält jeweils nur eine Gruppe und muss geleert werden, bevor sie erneut genutzt werden kann.